Nachts stundenlang wach liegen. Ständig Ablenkung suchen, weil sich sonst die Gedanken um die eigene Sterblichkeit in den Vordergrund drängen. Diese Angst vor dem Nichts, der Endlichkeit, der Unausweichkeit.
Panikattacken, instinktive Fluchtreaktion des Körpers, aber es gibt kein Entkommen. Ich hasse es so sehr.
In solchen Momenten wünschte ich, ein spiritueller Mensch zu sein, oder ein religiöser. Hauptsache irgendetwas glauben, das das Ende weniger furchteinflößend macht.
Die ME/CFS-Stagnation tut ihr übriges. Jedes Jahr ist dasselbe, das Leben zieht an mir vorüber und ich kann nichts tun. Nicht verreisen, nicht an sozialen Aktivitäten teilnehmen, keine großen Pläne schmieden. Es bleibt das Warten auf den Tod.
Es gibt Vieles, das mich an ME/CFS ankotzt. Besonders mürbe machen mich jedoch diese Tage im Limbo. Es fühlt sich an wie kurz vor einem Crash, aber die Symptome sind noch aushaltbar. Der Brainfog ist ausgeprägter, die Muskelschwäche spürbar aber noch nicht lähmend.
Es sind verlorene Tage. Sie fühlen sich an, als könne ich etwas tun – Lesen, eine Serie gucken, ein Hörbuch hören – aber schlussendlich überfordert mich alles nach nur wenigen Minuten. Am PC sitzen ist möglich, aber nicht zu lange, und für nichts Sinnhaftes.
Wird es morgen besser oder schlechter? Verschenke ich den Tag, indem ich präventiv nicht pace, sondern kompletten Stillstand einziehen lasse? Falls der Crash kommt, werde ich mich darüber ärgern, heute nichts getan zu haben, nicht einmal im Kleinen? Und wenn ich mich aufraffe, beispielsweise die Pflanzen zu gießen oder Essen vorzukochen und der Crash kommt... werde ich mich ärgern, es übertrieben zu haben?
Ich hasse Tage wie heute. Die Illusion, eine Wahl zu haben, obwohl mein Körper anscheinend längst entschieden hat, was geschehen wird. Nur ohne mir Bescheid zu geben.
I'm not quite sure what to do with this blog. For now, it feels like throwing thoughts into the void.